Islamismus, Antisemitismus und Terror: Die Schweizer Linke in Bildern

Hisbollah-Flagge und Transparent mit Genozid-Aufruf.

"Hitler nach Haifa und weiter."

Aufpasser geht an Hisbollah-Fahnen vorbei.

Demonstrant mit Hisbollah-Flagge.

Demonstranten mit Hisbollah-Flagge.

Hisbollah-Flagge in rechter Bildhälfte unten.

Die Grünen-Nationalräte Geri Müller und Daniel Vischer. Im Hintergrund Schild mit Aufschrift: "Gaza, schlimmer als der Holocaust."

Hamas-Flagge und antisemitisches Schild im Vordergrund. Im Hintergrund Daniel Vischer.

Im Vordergrund: Nationalräte Josef Zisyadis (PDA VD), Josef Lang (Grüne ZG), Daniel Vischer (Grüne ZH). Im Hintergrund antisemitisches Transparent: "Stop au Vampirisme." Juden werden in antisemitischen Karikaturen oft als Vampire dargestellt.

Die Juso besucht vor der Minarett-Abstimmung eine Moschee der rechtsradikalen Grauen Wölfe.

Juso-Mitglieder besuchen die Moschee der rechtsradikalen Grauen Wölfe in Langenthal.

Frau zeigt den Wolfsgruss der rechtsradikalen Grauen Wölfe. Links: Nationalrat Daniel Vischer (Grüne ZH).

Mann macht den Wolfsgruss der rechtsradikalen Grauen Wölfe. Links: Nationalrat Daniel Vischer (Grüne ZH).

Piratenpartei distanziert sich von ‘occupy Paradeplatz’

Die Piratenpartei Zürich distanziert sich auf ihrer Website von der Veranstaltung ‘occupy Paradeplatz’. Sie schreibt:

Vertreter der Piratenpartei waren beim Organisationstreffen am 10.10.2011 im Volkshaus dabei. Nach diesem Treffen sind uns Bedenken gekommen, was die Organisation des geplanten Anlasses betrifft. Sich einfach nur auf dem Paradeplatz einzufinden und dann vor Ort ohne technische Infrastruktur eine Versammlung abzuhalten, reicht nicht. Zusätzlich widerstrebt uns die Vereinnahmung dieses Protests durch die Juso und durch Verschwörungstheoretiker. Zu offensichtlich erscheint uns der Wunsch, kurz vor den Wahlen noch rasch mit einem medial stark aufgebauten Thema Aufmerksamkeit zu erregen.

Die Piratenpartei zeigt damals gesunden Menschenverstand und Anstand. Eigenschaften, an denen es bei jungen Grünen und der Juso offensichtlich mangelt.

‘We are change’-Organisator von ‚occupy Paradeplatz‘ hatte Kontakte zu Rechtsextremen

Wir schrieben heute bereits einmal über die antisemtischen Tendenzen von Dominic Schriber, der in den letzten Tagen als Sprecher der Verschwörergruppe ‘we are change’ in Erscheinung getreten war. So zitiert Schriber unter anderem auf der Website von ‘we  are change’ freimütig aus neonazistischen Blogs, ohne diese allerdings als Quelle anzugeben.[1] Wie sich jetzt herausgestellt, scheint Schriber nicht nur ideolologisch rechtsradikalem Gedankengut nahe zu stehen, sondern verfügt auch über persönliche Kontakte in die Szene. Auf dem gezeigten Foto von der Webseite des Verlags Amadeus[2] posiert Dominic Schriber stolz neben dem rechtsradikalen Autor  Jan Udo Holey, auch bekannt unter dem Namen Jan van Helsing. Wegen seines Buches über Geheimgesellschaften, das teilweise auf den gefälschten ‚Protokolle der Weisen von Zion‘ basiert, wurde Holey 1996 wegen antisemitischer Volksverhetzung angeklagt. In der Anklageschrift heisst es:

„In dieser durchgängig antisemitischen Schrift wird, in der Absicht, emotional feindselige Haltungen unter anderem gegenüber den in der Bundesrepublik Deutschland lebenden Juden zu erwecken und zu schüren, in bewusster Verdrehung historischer Tatsachen, unter anderem zur Begründung der Thesen, die Juden strebten die Weltherrschaft und die Zerstörung Deutschlands an, gestützt auf sachliche Unwahrheiten, unter Verwendung entstellter, erfundener oder nicht nachvollziehbarer Zitate […]“[3]

In einem Bericht des deutschen Verfassungsschutzes zum rechtsextremen Antisemitismus aus dem Jahr 2005 findet auch Holey Erwähnung:

„Anknüpfend an den esoterischen Theorien häufig immanenten Hang zu verschwörungstheoretischem Denken nutzen zunehmend Rechtsextremisten die Gelegenheit, die an sich unpolitische esoterische Szene mit antisemitischem und revisionistischem Gedankengut zu infiltrieren. Eine Vorreiterfunktion hatte dabei der auch heute noch bekannteste Esoteriker und Rechtsextremist Jan Udo HOLEY, der unter dem Pseudonym Jan van HELSING veröffentlicht. Sein Anfang der neunziger Jahre in zwei Bänden erschienenes Werk „Geheimgesellschaften und ihre Macht im zwanzigsten Jahrhundert“ erreichte eine Auflage von ca. 100.000 Exemplaren.“[4]

Holeys neustes Buch hat übrigens den vievlversprechenden Titel ‚Hitler überlebte in Argentinien‘. Dominic Schriber hat sich dennoch nicht die geringste Mühe gemacht, diese Verbindungen zu verbergen. Im Gegenteil, Holey ist Schriber nicht peinlich. Stattdessen schwärmt Schriber, der zusammen mit seiner Hip-Hop-Band Flashdigga unter dem Künstlernamen Dante Mahago auftritt, auf der Bandseite geradezu von rechtsradikalen Autor:

„Dante trifft auf Jan Van Helsing. Checkt das! Und saugt euch am besten hier das Infomaterial!

Ein naheliegender und wegen seiner zwangsläufigen Effektivität sehr wichtiger Schritt der Gegenwehr gegen die erschreckend weit gediehene Manipulation unseres Lebens, ist die Intensivierung des Bewusstseins jedes einzelnen. In diesem Sinn habe ich mit Freunden den Weg nach Dottikon auf mich genommen, um den legendären Bestseller-Autor Jan Udo Holey alias Jan Van Helsing persönlich zu treffen.“[5]

Ein Werbeflyer für die Bücher Holey wird auf der Band-Seite auch gleich zum Download angeboten.

Holey publiziert beim Verlag Amadeus mit Sitz in Winterthur, der sich auf die Herausgabe von verschwörerischer, rechtsradikaler und esoterischer Literatur spezialisiert hat. Hier publiziert auch Stefan Erdmann. Wie Holey glaubt Erdmann an die Echtheit der ‚Protokolle der Weisen von Zion, die er für einen Beweis für neue Weltordnung hält, ein Begriff, dem auch bei den Truther-Verschwörern von ‚we are change‘ eine zentrale Bedeutung zukommt.[6]

Angesichts dieser neuen Fakten müssen sich Juso und Junge Grüne unangenehme Fragen gefallen lassen. Wie kann es sein, dass sie das anscheinend rechtsradikale und antisemitische Gedankengut, das in der Gruppe ‚we are change‘ vorhanden ist, nicht erkannt haben? Wie nahe steht ihr eigenes Gedankengut mittlerweile jenem der rechtsradikalen Verschwörer? Eines ist abzusehen: Wenn sich Juso und junge Grüne nicht sofort von ‚we are change‘ distanzieren und ihr gemeinsames Engagement für ‚occupy Paradeplatz‘ auflösen, schaden sie nicht nur ihrer eigenen Glaubwürdigkeit, sondern auch jener ihren Mutterparteien.

Paradeplatz-Besetzung: Die Juso versinkt im braunen Verschwörer-Sumpf. Teil 1

Wenn Linke, Rechtsextreme und Verschwörungstheoretiker gemeinsame Sache machen. Die Hintergründe von ,Occupy Paradeplatz‘.

Es sind keine bescheidenen Parolen, mit denen die Organisateure auf ihrer Webseite für die ‚occupy-Paradeplatz‘-Aktion werben:

Die herrschenden Mächte arbeiten zum Vorteil einiger Wenigen und sie ignorieren den Willen der überwiegenden Mehrheit sowie die humanen und Umweltkosten, die wir alle zahlen müssen. Diese unerträgliche Situation muss ein Ende haben.

Ein Protest gegen die ‚herrschenden Mächte‘ also, wen auch immer die Organisatoren darunter verstehen mögen, verpackt mit populistischen Parolen, doch weiter:

Vereinigt in einer Stimme werden wir die Politiker, und die Finanzeliten, denen sie dienen, sagen, dass es an uns, den Bürgern, ist, über unsere Zukunft zu entscheiden. Wir sind keine Waren in den Händen der Politiker und Banker, die uns nicht vertreten.

Die Organisatoren richten ihren Protest demnach nicht nur gegen ‚die Politiker‘ und ‚die Finanzelite‘, sondern auch gegen die bereits obengenannten ‚herrschenden Mächte‘, die jenen angeblich dienen. Doch wenn könnten sie damit meinen? Dazu später.

Juso und Junge Grüne springen auf den Verschwörerzug

An der Volksversammlung zur Vorbereitung der Aktion im Zürcher Volkshaus, gewissermassen das Albisgüetli der hiesigen Linken, springen auch die linken Jungparteien definitiv mit auf den Verschwörungszug. Die Banken sind zurzeit unpopulär, und so kurz vor den Wahlen werden sich Juso und junge Grüne von diesem publikumswirksamen Protest wohl einiges versprechen. Auf Kritik, warum die JUSO aber gerade mit den Verschwörungstheoretikern von ‚We are Change‘ gemeinsame Sache mache, reagiert ihr Präsident David Roth genervt:

,We are change‘ wird überschätzt, […]die Organisation hat so gut wie keine Mobilisierungskraft. Kein Mensch wird am Ende von einer ,We are change,-Kundgebung sprechen.[1]

‚We are change‘ betreut währenddessen nicht nur die Facebook-Seite der Aktion, sondern wird auch auf der am Dienstag ans Netz gegangenen Webseite occupyparadeplatz.ch als Unterstützer genannt. Auch auf der Unterstützerseite der Organisation ‚echte Demokratie jetzt‘, die weitgehend identisch mit ‚we are change‘ zu sein scheint, wird auf die Webseite der Gruppe und auf andere Verschwörung-Webseiten verwiesen.

Das Weltbild der Verschwörer

Die Gruppe ‚we are change‘ gehört zu den sogenannten ‚Truthern‘. Diese Gruppierung entstand im Zuge der Anschläge vom 11. September 2001 und postulieren, dass diese Anschläge nicht von islamischen Terroristen begangen worden seien, sondern von der amerikanischen Regierung selbst, zum Zwecke der Errichtung einer neuen Weltordnung (NWO), die es auf die Versklavung der Weltbevölkerung abgesehen habe. Hinter diesem Plan vermuten die Verschwörungstheoretiker wiederum dunkle Kräfte, wahlweise die Bilderberger, die Freimaurer, oder die Juden, politisch korrekt die Zionisten genannt.

Diese Verschwörungstheorien basieren letztlich auf den klassischen antisemitischen Verschwörungstheorien des vergangenen Jahrhunderts, die von einer geheimen Weltherrschaft der ‚jüdischer Freimaurerlogen‘ fabulierten und ihnen die Verantwortung für sämtliche Revolutionen und Kriege zuschreiben. Ihren Niederschlag fanden diese kruden Ideen in den gefälschten ‚Protokolle der Weisen von Zion‘, ein Werk, das seither von jeder antisemitischen Bewegung rezipiert wurde, von den Nationalsozialisten bis zu der Hamas. Auch gewisse Exponenten der Szene wie Stefan Erdmann[2], Autor zahlreicher esoterischer Bücher, nehmen darauf Bezug als Beweis für die tatsächliche Existenz einer neuen Weltordnung.

HIV, Herzl und Neonazis

Wie die klassischen Antisemiten so machen auch die Truther die Juden in der bekannten Weise für jedwedes Übel auf der Welt verantwortlich. So propagiert zum Beispiel Wolfgang Eggert, bekannter Schreiber in der Szene, seien auch für die Entstehung von HIV-Virus‘ verantwortlich, das in amerikanischen Labors entwickelt worden sei.[3]

Über eben diesen schreibt der Anführer von ‚We are change‘ Dominic Schriber alias Dominic Whiteblack-brown, wie er sich bei Facebook nennt, auf seiner Pinnwand:

Ich hatte die Möglichkeit wahrgenommen Wolfgang Eggert (Journalist und Historiker) an der Bluesky-Days-Veranstaltung in Gais zu treffen und mein Wissen über die okkulten Hintergründe in Politik und Wirtschaft zu vertiefen.

In einem Artikel mit dem vielsagenden Titel ‚Rothschild, Israel und der Zionismus‘, der auf der Website von ‚we are change‘ erschienen ist, suggeriert derselbe Dominic Schriber mit einem angeblichen Herzl-Zitat, dass Herzl selbst stellvertretend für den Zionismus  für die Verfolgung der Juden in Europa verantwortlich sei, weil Herzl annahm, dass die Feinde der Juden die Auswanderung der Juden fördern würden. So wird der Prophet einer Entwicklung bei den Verschwörern zum Anstifter derselben. Übrigens ein ganz typisches Truther-Verfahren, das auch beim 11. September angewendet wird.[4]

Zusätzlich pikant an diesem Zitat ist, dass sich das angebliche Herzl-Zitat in seiner deutschen Fassung einzig in einem weiteren Dokument auf dem Internet befindet, das zeitlich vor Dominic Schribers Artikel veröffentlicht wurde und zwar in einem Elaborat mit dem Titel ‚Wer sind die Khasaren?‘.  Dieses erschien  auf dem neonazistischen Blog ‚Terragermania‘ bereits 2009 (zu dem hier verständlicherweise nicht verlinkt wird, der aber leicht auffindbar ist) , während Schriber seinen Artikel erst 2010 verfasste. Ist Dominic Schriber also ein Neonazi? Aus diesem Dokument hat Schriber auch die Behauptung übernommen, dass die Juden von dem osteuropäischen Volk der Chasaren abstammen würden. Eine These, die sowohl durch die Geschichtswissenschaft als als auch durch genetische Untersuchungen längst widerlegt ist, sich unter Antisemiten und Antizionisten nichtsdestotrotz konstanter Beliebtheit erfreut, nicht zuletzt um Israel das Existenzrecht abzusprechen.[5]

Allianzen mit ganz links und ganz rechts

Der Schweizer Truther-Ableger ‚We are change‘, der von zwei amerikanischen Verschwörungstheoretikern gegründet wurde,[6] sucht schon seit geraumer Zeit Verbindungen zu linken und rechten Gruppierungen. So zitierte die linksextreme Zürcher Studentengruppe ‚Uni von Unten‘ Truthertexte bei ihren Protesten gegen den Besuch des konservativen amerikanischen Intellektuellen Robert Kagan, während Aktivisten von ‚We are change‘ diesem während seines Vortrags lauthals einen angeblich geplanten Massenmordes an schwarzen Amerikanern bezichtigten.[7]

Erneut in den Blick einer breiteren Öffentlichkeit gelangten diese Bemühungen, als ‚We are change‘-Anführer Dominic Schriber die beiden grünen Nationalräte Daniel Vischer und Geri Müller an einer anti-israelischen Kundgebung während 45 (!) Minuten interviewte und dabei nicht an anti-israelischen und antisemitischen Aussagen geizte. Die beiden Interviewten, die auch sonst nicht den Kontakt zu antisemitischen oder islamistischen Kreisen scheuen, beantworteten den Suggestivfragen kongenial. Das war selbst dem linken Tages-Anzeiger zuviel, sonst wahrlich keine besondere kritische Stimme gegenüber linkem Antisemitismus. Sektenexperte Hugo Stamm schrieb:

Im Interview mit Geri Müller erklärt der WAC-Reporter auch, die Medien seien durch die beiden Agenturen AP und Reuters zentralisiert, beide Unternehmen befänden sich in den Händen der jüdischen Banker Rothschild. Spätestens bei dieser haltlosen Aussage und dem antijüdischen Reflex hätte Müller hellhörig werden müssen, doch er beantwortete weiterhin brav die Fragen.[8]

Nach den Medienberichten ruderten die beiden grünen Nationalräte zurück und versicherten, sie hätten die Organisation ,we are change‘ nicht gekannt und würden auf eine Löschung des Interviews bestehen. Aussagen, die sich als gänzlich unglaubhaft erwiesen angesichts der Tatsache, dass die Interviews bis zum heutigen Tag auf der Webseite von ‚we are change‘ abrufbar sind.[9] Im Gegenteil scheinen beiden Figuren geradezu zu Posterboys der Verschwörer avanciert zu sein, werden sie doch auf ihrer Website in zahlreichen Beiträgen zitiert. Geri Müller, nach eigener Aussage ebenfalls ‚nicht restlos überzeugt von der offiziellen Leseart von 9/11‘, befindet sich gar im Facebook-Freundeskreis von Dominic Schriber.

Wird fortgesetzt…


[2] de.wikipedia.org/wiki/Stefan_Erdmann

Schlagzeilenspinning: Agressive Kopten und friedliche Muslime

Neues von der Mythenfront.  Der Schweizer Tagesanzeiger praktiziert wieder einmal das gute alte Schlagzeilen-Spinning. Bei diesem Verfahren suggeriert  die Schlagzeile das exakte Gegenteil des eigentlich Vorgefallenen. So wird aus einem Angriff auf koptische Demonstranten in Ägypten durch Islamisten und Sicherheitskräfte mal lustig ein Angriff der Kopten auf Sicherheitskräfte. In anderen Worten: Böse Christen attackieren gute Muslime. So ist das linke Weltbild gerettet. Hier ein paar Vorschläge für Tages-Anzeiger-Schlagzeilen zu historischen Ereignissen:

Am 1. September 1939 greift Deutschland Polen an. Der TA titelt: „Seit 5:45 wird zurückgeschossen“.

Am 16. und 17. März 1988 wird das kurdische Dorf Halabdscha mit Giftgas angegriffen. Der TA titelt: „Kurden provozieren Gegenschlag“.

Am 3. und 4. Juni 1989 massakrieren die chinesischen Streitkräfte tausende demonstrierende Studenten. Der TA titelt: „Regierungsgegner attackieren chinesische Rekruten“.

Am 11. September 2001 greifen islamische Terroristen die USA an.  . Der TA titelt: „World-Trade-Center zerstört Flugzeug mit islamischen Friedensaktivisten“.

Siehe auch:

http://campus-blog.net/2011/frau-greift-vergewaltiger-an-oder-wie-man-durch-geschickte-schlagzeilen-die-wahrheit-pervertiert/

http://campus-blog.net/2011/tages-anzeiger-verhohnt-christenverfolgung/

‘Frau greift Vergewaltiger an’ oder wie man durch geschickte Schlagzeilen die Wahrheit pervertiert

Man stelle sich einmal den folgenden Vorfall vor: Ein Krimineller versucht, eine Frau zu vergewaltigen. Die Frau wehrt sich und schlägt den Vergewaltiger in die Flucht. Würde die obige Schlagzeile den Sachverhalt ädequat wiedergeben? Wohl eher nein. Die Schlagzeile ingoriert nicht nur den Kausalzusammenhang, sondern pervertiert ihn, indem sie den Eindruck erweckt, beim Opfer handele sich um den Aggressor.

Eine Schlagzeile wie die obere dürfte man in unseren Medien deshalb eher selten finden, dafür aber solche: “Israel bombardiert Ziel in Flüchtlingslager“, gelesen heute im Zürcher Tagesanzeiger in einer Meldung der SDA (Schweizerische Depeschen-Agentur). Der tatsächliche Sachverhalt stellt sich dagegen solcherart dar: Palästinenser schossen seit Dienstag drei Raketen auf den Süden Israels ab. Die israelische Luftwaffe griff  daraufhin ein Terrorziel (‘terror activity site’) an, wahrscheinlich die Abschussrampe, von der aus die Raketen auf Südisrael abgeschossen wurden (Link). Dennoch dürften sich die Leser des Tagesanzeigers noch lange gedulden müssen, bis sie die korrekte Schlagzeile “Palästinenser bombardieren Südisrael” lesen dürfen, bemüht doch dieser wie gewohnt alle Klischees, die der anti-israelischen ‘Berichterstattung’ zur Verfügung stehen.

Da wird mal so locker behauptet, der israelische Armeesprecher hätte den Angriff als ‘Vergeltungsmassnahme’ bezeichnet, wobei auf dessen offizieller Website von einer ‘response’, also auf gut deutsch von einer Antwort auf die Bombardierung Südisraels die Rede ist (Link). Soviel Englisch dürften selbst die Schreiberlinge des Tages-Anzeigers, respektive der SDA verstehen, wenn sie es denn verstehen wollten. Der Hinweis, dass es sich das Terrorziel im ‘Flüchtlingslager’ Maghazi befindet, darf natürlich auch nicht fehlen, als ob dies den Beschuss Israels rechtfertigen würde und obwohl die Stadt Maghazi bereits 1949 gegründet wurde, also etwa in dem selben Masse ein Flüchtlingslager ist wie jene Städte in Südisrael, in denen sich hauptsächliche jüdische Flüchtlinge angesiedelt haben, die aus islamischen Ländern vertrieben wurden und nun von der Hamas und anderen Islamisten im Gaza-Streifen beschossen werden. Eine solche ist beispielsweise Sderot, das aus einem Flüchtlingslager für marokkanische Flüchtlinge entstanden ist (Link) und seit 2001 dem konstanten Raketenhagel von mittlerweile über 11’000 (!) Geschossen ausgesetzt ist. Wird der Tages-Anzeiger also demnächst titeln ‘Palästinenser bombardieren Flüchtlingslager Sderot’?

Wohl kaum, denn wie sagte einst Mark Twain: “Wenn man keine Zeitung liest, ist man uninformiert, wenn man Zeitung liest, ist man desinformiert.” Das gilt noch in erhöhtem Masse für den Zürcher Tages-Anzeiger.

 

Video: Die vollständige Rede von Netanjahu vor der UNO-Generalversammlung

Tages-Anzeiger: Antisemitische Kommentare sind stets willkommen

Als führendes linkes Meinungsblatt der Schweiz hat der Zürcher Tages-Anzeiger bis auf wenige Ausnahmen (siehe hier) nicht nur höchste (ideologische) Ansprüche an sich selbst, sondern auch an seine Kommentierenden, wie er diese gleich selbst wissen lässt: “Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt ganz allgemein, aber insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen.”

Auffallend jedoch, dass die Online-Redaktoren des Tages-Anzeigers, die jeden Kommentar sorgfältig prüfen und gegebenenfalls freischalten,  antisemitische Kommentare nie als ‘rasisstisch’, ‘unsachlich’ oder ‘themenfremd’ empfinden. Eine kleine, zufällig  zustande gekommene Auswahl der letzten drei Tage:

23. 9. 2011:

Auch das Schwesterblatt des Tages-Anzeigers, die Gratiszeitung 20 Minuten, setzt dieselben strengen Masstäbe an seine Kommentare:

Naürlich befinden sich diese Kommentare nicht in Widerspruch zu den Inhalten des Tages-Anzeigers. Vielmehr  drücken sie nur jene Botschaftenen in klaren Worten aus, was der Tages-Anzeiger tagein tagaus seinen Lesern nicht besonders subtil zu vermitteln sucht:


Lügen-Arnold, der Nahost-Experte des Schweizer Tages-Anzeigers

Arnold Hottinger, gemäss Tages-Anzeiger „einer der wichtigsten Experten für den Nahen Osten und die islamische Geisteswelt“, veröffentlicht regelmässig im Zürcher Meinugnsblatt. So auch zur nahenden UN-Abstimmung über die Anerkennung eines palästinensischen Staates in den Grenzen des vor 1967 jordanisch besetzten Westjordanlandes.[1] Der ‚Experte‘ schreibt gleich zu Beginn:

Sie [die Palästinenser] haben 18 Jahre lang mit den Israelis verhandelt. Dabei hat sich herausgestellt, dass diese nicht gewillt sind, ihnen die besetzten Gebiete zur Bildung eines eigenen Palästinenserstaats zu überlassen.[2]

Tatsächlich aber hat sich Israel mehrmals dafür eingesetzt, auf den 1967 von den Kriegsgegnern Ägypten und Jordanien eroberten Territorien einen Palästinenserstaat zu errichten. Im Jahr 2000 machte der Premierminister der regierenden sozialdemokratischen Arbeiterpartei,  Ehud Barak, während der  Camp-David II Verhandlungen gegenüber seinem palästinensischen Verhandlungspartner Jassir Arafat weitreichende Zugeständnisse. Der Vorschlag beinhaltete die Etablierung eines palästinensischen Staates auf  dem Territorium von 90% des ehemals jordanischen Westjordanlandes und dem  kompletten Gazastreifen mit Ostjerusalem als dessen Hauptstadt.[3] Ohne Gegenvorschlag reiste  Arafat von den Verhandlungen  ab und befahl der Hamas und den  Al-Aqsa-Brigaden, Terroranschläge gegen Israel wiederaufzunehmen.[4] Dies markierte den Beginn der zweiten Intifada, der palästinensischen Terrorkampagne gegen Israel, während der in den Jahren 2001 – 2006 über 700 israelische Zivilisten ermordet wurden.

Nichtsdestotrotz schlug der israelische Premier Ehud Olmert 2008 dem neuen palästinensischen Verhandlungspartner Machmud Abbas die Etablierung eines palästinensischen Staates auf dem Territorium des Gazastreifens sowie auf 93% des Westjordanlandes vor.  Die 7% des Westjordanlandes, die mehrheitlich von Juden bewohnt werden, wären unter israelische Souveränität gefallen, wofür der zu entstehende Palästinensische Staat mit israelischem Territorium kompensiert worden wäre. Abbas nannte den Vorschlag damals „Zeitverschwendung“.[5]

Über diese Vorkommnisse wurde in den Medien ausführlich berichtet. Es fällt deshalb schwer,  zu glauben, dass jemand wie Arnold Hottinger, diesem ausgewiesenen „Experten für den Nahen Osten und die islamische Geisteswelt“, darüber keine Kenntnis besitzt. Gerade angesichts des Expertentums, das Hottinger für sich in Anspruch nimmt, muss angenommen werden, dass Hottinger absichtlich die Unwahrheit sagt, also kurzum lügt., was die unkritische und vorurteilsbeladene Leserschaft des linken Meinungsblattes Tages-Anzeiger jedoch kaum bemerkt, geschweige denn gestört haben dürfte.

Doch Hottinger schreibt weiter:

„Vielmehr erwies sich, dass die Israelis weite und immer wachsende Teile der besetzten Gebiete für sich selbst beanspruchen und sie ihren Siedlern übergeben, um sich ihrer zu bemächtigen.“

Offensichtlich ist, wie oben gezeigt, das Gegenteil der Fall. Die Israelis sind bereit, mehr und mehr Territorium des Westjordanlandes aufzugeben, während die palästinensische Seite weiterhin auf ihren Maximalforderungen besteht. Doch Hottinger interessieren  die Fakten nicht. Vielmehr suggeriert er seinen Lesern angebliche israelische Pläne, die aber nur ihm bekannt ist:

„Palästinenser in einer autonomen «Entität» – nicht einem Staat – soll es nach diesen in Durchführung stehenden [israelischen] Plänen in den heutigen Bevölkerungszentren geben.

Eine groteske Verdrehung angesichts der Tatsache, dass jede  israelische Regierung seit 1993 die Zwei-Staaten-Lösung anerkannte, während sowohl die Charta der Hamas,[6] als auch, zum Unwissen vieler und gegen alle internationalen Vereinbarungen, jene der PLO weiterhin zur Zerstörung Israels aufruft.[7] Angesichts dieser Tatsache und des jahrelangen Krieges gegen Israel kann es kaum überraschen, dass Israel Sicherheitsgarantien von einem  zukünftigen palästinensischen Staat fordert. Ein Hohn, findet Hottinger:

„Doch sie werden über keine eigenen Streitkräfte und über keine eigenen Grenzen nach dem Ausland verfügen. Das heisst: Sie können, wie Gaza schon heute, von der israelischen Armee «bestraft» werden durch Umzingelung und Isolierung nach aussen.“

Schliesslich, daran lässt Hottinger keinen Zweifel,  ist es das natürliche Recht der Palästinenser, Israel auch weiterhin mit Raketen zu bombardieren und mit Terror zu strafen. So sieht der Frieden à la Hottinger aus. Diesem schönen Frieden steht, wir ahnen es, die jüdische Weltverschwörung, auch bekannt als Israel-Lobby, im Wege:

Doch die israelische Lobby in Amerika will sie nicht wahrhaben. Sie versucht, die Expansionspolitik Israels durch allerhand andere Vorwände zu erklären. Der meistvorgebrachte ist jener der «Sicherheit», die durch die Enteignung und Niederhaltung der Palästinenser gewährleistet werden soll.

Dass die 57 islamischen Staaten der OIC (Organization of Islamic Conference) mittlerweile die UNO und vor allem den unseligen UNO-Menschenrechtsrat dominieren, beweist die derzeit stattfindende UNO-Antirassismuskonferenz Durban III, wo über den weltweit einzigen jüdischen Staat viel, über die 57 islamischen Staaten jedoch kaum gesprochen wird.[8]  Auch dass die grossen muslimischen Gemeinden und ihre Organisationen im Westen, nicht selten finanziert von saudischen Petrodollars,[9] samt einer unüberschaubaren Anzahl halbstaatlicher anti-israelischer Organisationen (sogenannten NGOs), dauerhaft und vielfach erfolgreich Druck auf die westlichen Regierungen ausüben, eine anti-israelische Aussenpolitik zu fahren, davon weiss „Nahostexperte“ Hottinger nicht zu berichten. Denn die Israelis, so muss man aus Hottingers Geschreibsel folgern, haben im Gegensatz zu den Arabern kein Anrecht auf eine interessengeleitete Aussenpolitik.

Gemäss Hottinger betreibt Israel eine ‚Expansionspolitik‘. Wo Israel aber expandiert, dass weiss nur er nur selbst, wenn überhaupt, zieht sich Israel doch seit Jahren zurück, ohne im Gegenzug den versprochenen Frieden zu erhalten. 1982 übergab Israel den Ägyptern die Sinaihalbinsel. Im Zuge des Gaza-Jericho Abkommens übertrug Israel weiter die Kontrolle über die palästinensischen Bevölkerungszentren an die Palästinensische Autonomiebehörde, 1999 zog sich Israel aus dem Südlibanon zurück, 2005 aus Gaza. Als Dank schlägt Israel eine Welle aus Raketen und Terror, Vernichtungsdrohungen und kompromisslosen Forderungen entgegen. Und trotzdem schwadroniert Hottinger von einer ‚Expansionspolitik Israels‘. Wo Israel expandiert, dort  aber massiv und mit atemberaubender Geschwindigkeit, ist einzig  in den Wahnvorstellungen des entzauberten ‚Nahostexperten‘ Arnold Hottinger.



[1] Das Westjordanland wurde 1948 im ersten israelisch-arabischen Krieg von Jordanien besetzt. Das jordanisch besetzte Gebiet umfasste sowohl Teile des nach dem UN-Teilungsbeschluss 1947 zu entstehenden arabischen Staates als auch den Osten der internationalen Staat Jerusalem. Wei1 die Araber den Teilungsbeschluss ablehnten, entstand jedoch kein arabischer Staat auf Teilen des Gebiets Britisch Palästinas. 1967 eroberte Israel das Gebiet im 6-Tage-Krieg, nachdem Jordanien Israel angegriffen hatte.

Video: Der Palästina-Mythos

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